„Pardon!“ ist die Fortsetzung der erfolgreichen Jugendtanzprojekte „Dancin’ Jesus“ (2006) und „Chess Fever“ (2008) der Staatsoperette Dresden. Bei jedem Projekt diente der Choreografin und Regisseurin Silvana Schröder jeweils ein Stück aus dem aktuellen Repertoire der Staatsoperette als Inspiration. Sie entwickelte davon ausgehend jeweils ein eigenständiges Tanztheaterstück, das sich mit der Erfahrungswelt der Jugendlichen beschäftigte.
Wie sich gezeigt hat, werden hier nicht nur Schwellenängste zu Kunst und Kultur abgebaut, sondern auch soziale Grenzen eliminiert, Berührungsängste der Jugendlichen (im Wortsinn) abgebaut und im Gemeinschaftserlebnis ein neues soziales Bewusstsein kultiviert. Es ist dies ein ganz eigenständiger Ansatz, der sich maßgeblich von anderen – in der Folge des bekannten „Rhythm Is It“-Projektes der Berliner Philharmoniker (2003) entstandenen Tanzprojekten – abhebt, da es in seiner gesellschaftsintegrativen Ausgerichtetheit weit über das Einzelerlebnis derartiger Projekte hinausgeht und eine Rückwirkung in die (soziale) community von Klassenverband, Schulumfeld und Familie findet.
Ermöglicht wird dies maßgeblich durch die einmalige Verbindung der Institutionen Schule und Theater zur aktiven Vermittlung kultureller Bildung.
Waren für die ersten beiden Tanzstücke das Musical „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber und das Schach-Musical „Chess“ der beiden ABBA-Männer Björn Ulvaeus und Benny Andersson Ausgangpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung, so knüpft das neue Tanzprojekt „Pardon!“ an das Gershwin-Musical „Pardon My English“ an.
In diesem wird unter anderem satirisch die Prohibiton, also das vor allem aus der Historie der USA bekannte Verbot Alkohol zu trinken, süffisant aufs Korn genommen. In “Pardon!” werden von der künstlerischen Substanz des Gershwin Musicals ausgehend Fragen zu Suchtverhalten und Alkoholkonsum aufgeworfen, in denen die Jugendlichen mit den Verführungen in ihrer eigenen Cliquen- und Party-Wirklichkeit konfrontiert werden.





